SNF-Projekt: Mensch und Haus

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Ballenberg, Juni 2020: Sechs Forschende starteten in ein SNF-Projekt, das die Lebensgeschichten von historischen Bauernhäusern und von den Menschen, die darin gewohnt haben, untersucht. Im Juni haben wir uns erstmals im Freilichtmuseum Ballenberg getroffen und uns kennengelernt. Mit uns sind Linda Imhof, Irene Marti, Cecilie Gut, Oliver Rendu, Stefan Kunz und Uolf Candrian gemeint.

Wir untersuchen die Verwobenheiten in den konkreten Praktiken des Bauens, Wohnens und Wirtschaftens im Laufe mehrerer Generationen. Dabei steht die Wechselwirkung von Haus und Mensch, die beide als Akteure mit eigener Wirkmächtigkeit gesehen werden, im Fokus unserer Forschung. Im Projekt werden bauhistorische und kulturanthropologische Ansichten verknüpft, denn neben der Universität Basel und dem Freilichtmuseum Ballenberg, ist auch die Berner Fachhochschule für die nächsten vier Jahre mit an Bord. Wir freuen uns auf das Projekt und einen regen Austausch!

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Ballenberg, juin 2020 : Six chercheurs ont commencé, dans le cadre d’un projet FNS, à étudier l’histoire des anciennes maisons rurales du Musée de Ballenberg et des personnes qui les ont habitées. Au mois de juin, toute l’équipe, composée de Linda Imhof, Irene Marti, Cecilie Gut, Oliver Rendu, Stefan Kunz et Uolf Candrian, s’est rencontrée pour la première fois au Musée lors d’un week-end d’échanges.

Nous étudions les liens qui existent entre les pratiques concrètes de la construction, la manière d’occuper une habitation et de gérer les activités économiques au fil des générations. Au travers de notre recherche, nous portons notre attention sur les interactions entre la Maison et l’Homme, envisagés tous les deux en tant qu’acteurs avec leur propre potentialité. Ce projet relie différentes approches relevant de l’histoire du bâti ou de l’anthropologie culturelle. Aux côtés de l’Université de Bâle et du Musée en plein air de Ballenberg collabore également la Haute École spécialisée bernoise pour les quatre prochaines années. Nous nous réjouissons de ce projet, de ces collaborations et des futurs fructueux échanges !

Text: Uolf Candrian, traduit par Oliver Rendu / Fotos: Stefan Kunz / 04.03.2021


Basler Zoom über Freiburger Insta

Basler Zoom über Freiburger Insta

Im Seminar über online-Präsenzen in unserem Fach diskutierten die Teilnehmenden am 2. November den Instagram-Auftritt des Projekts „Alltag findet Stadt“ unseres geschätzten Nachbarinstituts in Freiburg/Br.: Welche Möglichkeiten bieten Social Media, um Projektergebnisse publik zu machen? Wo liegen die Grenzen? Wo liegt der Kern ihrer spezifischen Medialität? Welche Position haben sie im Ensemble digitaler und analoger Medien des Projekts?
Das Seminar hatte zunächst auf die Produktivität physischer Präsenz gesetzt, solange dies an der Universität Basel möglich war. Nach dem Wechsel diskutieren wir auf dem Weg digitaler Medien über digitale Medien. 
Am 16. November hält dann Daniel Kunzelmann, Mitbegründer des Transformations-Blogs, einen Workshop zum akademischen Bloggen.
Text und Bild: Eberhard Wolff / 10.11.2020



Kühlschrankmagnet

Die UNO aus der Alltagsperspektive der Mitarbeiter*innen verstehen

Dieses Foto zeigt die auf einem Kühlschrankmagnet gedruckte Eingangsszene, wie sie sich am Vienna International Center (VIC), einem der vier offiziellen Amtssitzen der Vereinten Nationen (UNO), abspielen könnte.

Die abgebildete Szene vergegenwärtigt das alltägliche Passieren am Eingang «Gate 1» und erinnert sogar beim Öffnen des Kühlschranks an ein sprichwörtliches Übergangsritual: Die UNO-Beschäftigten überschreiten täglich die unsichtbare Schwelle vom öffentlichen Raum der Stadt Wien hinein in die abgeschirmte Welt der UNO.

Heute, 75 Jahre nach ihrer Gründung, steht die UNO noch immer vor zahlreichen Aufgaben und Herausforderungen. Dabei geht die Relevanz von UNO-Mitarbeiter*innen oft vergessen. Insbesondere die prekäre Arbeits- und Lebenssituation von Praktikant*innen und Consultants sowie anderer flexibilisierter Beschäftigungsverhältnisse, die derzeit in diversen Arbeitssektoren beobachtbar sind, wird verschwiegen. Im UNO-Kontext kann man feststellen, dass viele jüngere Arbeitnehmende prekäre Beschäftigungsverhältnisse in Kauf nehmen, in der Hoffnung, dass sich dies positiv auf ihre Berufskarriere auswirken wird. Aus kulturanthropologischer Sicht fragt sich also: Werden flexibilisierte Beschäftigungsverhältnisse zum prekären Privileg?  

Alltagsgegenstände wie dieses Kühlschrankmagnet sind der Schlüssel zu Forschungs- und Interessensfeldern. Eine Organisation aus der Alltagsperspektive zu untersuchen, ermöglicht es, die Auswirkungen des aktuellen Arbeitsregimes auf das Leben der UNO-Mitarbeiter*innen zu betonen. 

Bild & Text: Linda M. Mülli / 12.10.2020


Hilfsgüter in Calais

Hilfsgüter in Calais

Calais, Sommer 2019: In diesem Lagerraum sortieren internationale Freiwillige Hilfsgüter für Geflüchtete, die ohne Obdach in Calais leben und versuchen nach England zu reisen (https://helprefugees.org/volunteer/calais/ ). Gespendete Kleidung wird nach Grösse für Frauen, Kinder und Männer sortiert. Auch Schlafsäcke, Decken und Zelte werden gebraucht. In einem anderen Teil des Gebäudes befindet sich eine Küche, in der Freiwillige 1500–2000 Mahlzeiten am Tag kochen (https://www.refugeecommunitykitchen.com/). Güter und Mahlzeiten werden an verschiedenen Orten an Geflüchtete verteilt.  Die Situation von Sans Papiers auf dem Weg durch Europa ist Teil unseres Forschungsprojektes im nccr – on the move (https://nccr-onthemove.ch/projects/perimeters-of-multilayered-democratic-citizenship-in-a-mobile-and-multicultural-world/).

Text + Foto: Katrin Sontag / 01.09.2020


Grenzen in Europa: Der Strand von Calais

Grenzen in Europa: Der Strand von Calais

Calais, Sommer 2019: Wenn man am Strand steht, erscheint England zum Greifen nahe, die Fähren pendeln regelmässig und unterirdisch läuft der Verkehr durch den Tunnel. Eine andere Bedeutung hat diese Distanz für viele Geflüchtete, die aus verschiedenen Ländern kommen und sich von Calais aus ohne Papiere auf den Weg nach England machen. Einige versuchen, mit kleinen Booten überzusetzen, eine gefährliche Reise, die an die Situation im Mittelmeer erinnert. Aktuell gibt es wieder politische Diskussionen zwischen England und Frankreich darüber, wie die Grenzen noch stärker kontrolliert werden können. Die Situation von Sans Papiers auf dem Weg durch Europa ist Teil unseres Forschungsprojektes im nccr – on the move (https://nccr-onthemove.ch/projects/perimeters-of-multilayered-democratic-citizenship-in-a-mobile-and-multicultural-world/).

Text + Foto: Katrin Sontag / 18.08.2020


Unterwegs: Exkursionen als forschendes Lernen

Das waren noch Zeiten! Vor ziemlich genau einem Jahr, im Juni 2019, gingen die kulturanthropologischen Institute Basel und Freiburg zusammen auf Exkursion am Oberrhein. Den Rahmen bot "Kulturanthropologie transnational", ein Format, in dem Masterstudiengänge beider Universitäten kooperieren. Die Gruppe erkundete beide Städte und Museen, sah auf Flüsse und Kirchtürme, inspizierte stolze Bürgerhäuser und alternative Stadtquartiere. Ein inhaltlicher Schwerpunkt war der Weinbau, der die Landschaft formte und formt. Und so genossen wir eine Führung durch das Weingut von Michael Höfflin Bötzingen ebenso wie seine Kaiserstühler Weine. 

Das waren noch Zeiten! Und Sie kommen bald wieder: Als praxisorientierte Form des forschenden Lernens gehören Exkursionen zur Kulturanthropologie wie der Tag zur Nacht. Derzeit verhindert sie die Corona-Pandemie. Aber schon für das Frühjahr 2021 starten wir wieder. Ulrike Langbein, die auch die Oberrhein-Exkursion vorbereitet hatte, ist bereits in Vorfreude. Sie bereitet eine Städte-Exkursion nach Sachsen körper- und modegeschichtlichen Schwerpunkt vor: In Dresden wartet das berühmte Deutsche Hygiene-Museum, in Dessau das Bauhaus-Museum. An der Kunsthochschule Burg Giebichenstein entdecken wir Mode-Design vom Feinsten. In Leipzig wird Musik, Kunst und Stadtkultur satt zu erleben sein. Wir freuen uns darauf!

Text: Ulrike Langbein / Fotos: Petra Dokic / 15.07.2020


Normalisierungen – Schutzmasken auf dem Boden

Normalisierungen – Schutzmasken auf dem Boden

Ein solcher Anblick wäre zu Beginn dieses Jahres noch etwas völlig Exotisches gewesen. Nach dem Ende des Corona-Lockdowns wird der Mund-Nasen-Schutz zum alltäglichen Phänomen wie andere auf dem Boden liegende Gegenstände auch. Die kulturwissenschaftliche Perspektive kann helfen, solche Alltagsphänomene bewusster und damit verstehbarer zu machen: Selbstverständliches, Innovationen, aber auch neue «Normalisierungen» mit allen ihren Werthaftigkeiten.

Bild + Text: Eberhard Wolff / 01.07.2020