In den öffentlich zugänglichen Räumen muss immer eine Maske getragen werden. Die Maskentragpflicht gilt auch während des Unterrichts.


Sprachkurse

Bitte beachten Sie auch die neuen Sprachkursprogramme am Sprachenzentrum der Universität Basel: www.sprachenzentrum.unibas.ch

Wir möchten insbesondere auf folgende Angebote und Möglichkeiten hinweisen:


Bitte wählen Sie das gewünschte Semester für spezifische Informationen zu einzelnen Lehrveranstaltungen aus.

20664 Tutorat: Perspektiven und Konzepte der Kulturanthropologie

Gruppe 1: Mittwoch, 14:15–16:00, Soziologie, Hörsaal 215, Petersgraben 27; Termine: 23.9., 14.10., 21.10., 4.11., 18.11., 25.11., 19.12.2020;Leitung: Charlotte Nachtsheim und Sara Köferli.
Gruppe 2: Donnerstag 10:15–12:00,Biozentrum, Hörsaal 102, Klingelbergstrasse 70; Termine: 24.9., 15.10., 22.10., 5.11., 19.11., 26.11., 10.122020; Leitung: Arina Frölich und Domenique Zehntner.

56775 Kolloquium: Perspektiven der Kulturanthropologie

Das Programm finden Sie hier.
Bitte beachten Sie, dass im HS20 nur Studierende zugelassen sind, die die Lehrveranstaltung belegt haben.

58437 Kolloquium: Research Projects in Cultural Anthropology 

Das Kolloquium findet am Dienstag, 8. September 2020 von 10:00 bis 17:30 im Kollegienhaus, Hörsaal 001, statt.
Im Kolloquium werden Dissertationsvorhaben und Masterarbeiten diskutiert, in Workshops Theorien und Methoden reflektiert und sich Fähigkeiten in den Bereichen des Schreibens, Redens und Präsentierens angeeignet.

-abgesagt- 59007 Exkursion: Alpiner Raum im Wandel: Eine Erkundung im Berner Oberland zwischen Grimselpass und Interlaken

wird 2021 angeboten.

Kulturanthropologie transnational 

Im HS 20 bietet Prof. Dr. Markus Tauschek der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Rahmen des Masterstudiums "Kulturanthropologie transnational" folgende Lehrveranstaltung an:

„Kulturtheoretisch argumentieren“
Die Lehrveranstaltung befasst sich mit der Frage, wie theoretisch angeleitete Argumentation in der Kulturanalyse gelingen kann. Dazu wird zunächst grundlegend das Theorieverständnis/die Theorieverständnisse der empirischen Kulturwissenschaft auch in einer fachhistorischen Perspektive geklärt. Darauf aufbauend setzen wir uns mit verschiedenen Kulturtheorien und deren Stellenwert in der empirischen Forschung auseinander. Ziel ist es, ein besseres Verständnis zu erarbeiten, wie kulturtheoretisches Arbeiten operationalisiert werden kann. Die Basis dafür bildet ein grösserer Lektüreanteil, in dem wir uns mit ethnografischen Fallstudien aus der empirischen Kulturwissenschaft auseinandersetzen.

Da die Lehrveranstaltung für Studierende aus Basel im Rahmen unseres Programms „Kulturanthropologie transnational“ geöffnet ist, findet sie als Blockveranstaltung statt. Studierende aus Basel mögen sich bitte per E-Mail anmelden (tauschek@clutterkaee.uni-freiburg.de)

Termine:
Donnerstag, 5.11., 16-18h: Vorbesprechung
Donnerstag, 19.11.,  16-20h
Freitag, 20.11., 14-18h
Donnerstag, 3.12., 16–20h
Freitag, 4.12., 14–18h
Donnerstag, 10.12., 16–20h
Freitag, 11.12., 14–18h
Donnerstag, 17.12., 16–20h
Freitag, 18.12., 14–18h

Die Lehrveranstaltung findet per Zoom statt.

Promotion

Informationen zu Lehrveranstaltungen im Promotionsfach Kulturanthropologie finden Sie hier.

19842 Tutorat: Körper – Einführung in das empirische Arbeiten

Gruppe 1: Montag 12:15–14:00; Leitung: Sara Köferli und Domenique Zehntner; 30.03., 06.04., 20.04., 27.04., 11.05., 18.05., 25.05.2020.

Gruppe 2: Dienstag 16:15–18:00; Leitung: Charlotte Nachtsheim und Arina Frölich; 24.03., 31.03. (anderer Raum!), 14.04., 21.04., 12.05., 19.05., 26.05.2020.

56775 Perspektiven der Kulturanthropologie; das Programm finden Sie hier. ***AB 16.03. unterbrochen; Fortsetzung im HS20 geplant.***

-abgesagt- 56773 Kolloquium: Research Projects in Cultural Anthropology. Das Kolloquium wird im HS20 wieder angeboten.

Im Kolloquium werden Dissertationsvorhaben diskutiert, in Workshops Theorien und Methoden reflektiert und sich Fähigkeiten in den Bereichen des Schreibens, Redens und Präsentierens angeeignet.

-abgesagt- 56901 Seminar: Gefährlich? Unsicher? Unbekannt? Kulturanthropologische Perspektiven auf Risiko

-abgesagt- 56858 Exkursion: Orte europäischer Erinnerung, Hamburg und Berlin, 15. bis 22. Juni 2020. Die Exkursion wird im FS 2021 neu angeboten.

-abgesagt- 56857 Exkursion „Postmigrantisches Brüssel: zwischen Kolonialismus, EU, Terror und kosmopolitischem Alltag“. Die exkursion wird im HS 2021 neu angeboten.

 

Kulturanthropologie transnational 

Im FS20 bietet Prof. Dr. Walter Leimgruber der Universität Basel im Rahmen des Masterstudiums "Kulturanthropologie transnational" das Seminar: Einheimisch – eine Begriffsrecherche (56856) an. Weitere Informationen finden Sie in der Ankündigung.
Für Fragen zum Seminar wenden Sie sich bitte an Herrn Leimgruber.

Promotion

Informationen zu Lehrveranstaltungen im Promotionsfach Kulturanthropologie finden Sie hier.


Exkursionen

Israel 2012

Ein wichtiger Bestandteil des Studiums der Kulturanthropologie sind Exkursionen. Auf dieser Seite werden einige vergangene Exkursionen in Form von Fotos und kurzen Berichten durch Studierende vorgestellt.

Alpiner Raum im Wandel: Eine Erkundung im Berner Oberland zwischen Grimselpass und Interlaken, 4-tägige Exkursion; wird 2021 angeboten (LV-Nummer 59007).

Das Bild der Alpen hat sich in den letzten zwei Jahrhunderten im Bewusstsein seiner Bewohner wie seiner Besucher massiv gewandelt. Einst als Ort der Risiken wie Bergstürze bezeichnet, erscheinen die Alpen bis heute als eine gezähmte „Wildnis“, die dem Vergnügen von Sommer- und Wintertouristen entsprechen soll, erschlossen durch Bahnen, Schiffe sowie Subventionen für heimatliche Freiluftmuseen und kleinbäuerliche Alpwirtschaften. Jedoch werden wir hier ein etwas anderes Bild des Berggebiets antreffen: Massive Grimsel-Stauwerke der Elektrizitätswirtschaft, wichtige Schutzwälder im obersten Aaretal, morgenländisch inspirierte Nischenkulturen hoch über dem Brienzersee, die Ursprünge des Mundartrock sowie das Treiben von Paragleitern über dem „Bödeli“ von Interlaken. Und dass mit dem Klimawandel auch die alten geologischen Gefahren zurückkehren, ist ebenfalls in Rechnung zu stellen.

(VV-Nr. 56857).

Direkte Anmeldung bei jonas.aebi@clutterunibas.ch.

Aufgrund der aktuellen Situation wid die Exkursion um ein Jahr in den Herbst 2021 verschoben. Der genaue Termin wird unter Berücksichtung verschiedener Aspekte festgelegt werden. Die Exkursion wird im Herbstsemester 2021 neu publiziert.

In der von Jonas Aebi geleiteten Exkursion in die «Hauptstadt der EU» befassen wir uns mit den vielschichtigen kulturellen, sozialen und politischen Räumen, die in dieser «kleinen Weltstadt» (Eric Corijn / Jessica van de Ven) historisch gewachsen sind und sich in der Gegenwart der Stadt überlagern. 

Scheinbar wie ein UFO haben sich die europäischen Institutionen in diese Stadt gesetzt und mit ihnen die „Eurokrat*innen“ aus dem ganzen Kontinent. Nur wenige hundert Meter weiter, und doch deutlich getrennt, trifft sich im Matonge-Quartier die kongolesische Diaspora. Wenn dort nach Wahlen im Kongo Autos brennen, wird die belgische Nation an ihre koloniale Schreckensherrschaft erinnert. Doch im Zentrum der Aufmerksamkeit stand in den letzten Jahren ein anderer Schrecken: Ein «Terrornest» tauften die Medien das Molenbeek-Quartier im ehemaligen Industriegürtel der Stadt, in dem viele muslimische Menschen leben. Auch sie sind letztlich eine stetig vorhandene Erinnerung an die Gastarbeiter-Vergangenheit einer Stadt, die schon immer von Migration geprägt war und geprägt sein wird – wie auch die Räume um den Gare du Nord zeigen, in denen heute Auswirkungen des aktuellen Migrationsregimes Europas sichtbar werden. Auf der Exkursion wollen wir deshalb Brüssel als ein Beispiel einer kosmopolitischen und postmigrantischen Stadt betrachten.

Dabei widmen wir uns Fragen wie: Welche politischen Prozesse – etwa Globalisierung, Europäisierung, Migrationspolitik, Anti-Terror-Sicherheitspolitik – lassen sich in der Stadt erkennen? Welche konkreten sozialen und kulturellen Konflikte entstehen dabei in dieser kleinen Weltstadt? Wie geht man in Brüssel mit dieser teilweise schmerzhaften und sehr ungleichen Vielfalt um? Wie zeigt sich Geschichte im gelebten städtischen Raum und wie prägt sie ihn? Welche neuen Ansätze von nicht-nationaler Bürgerschaft werden erprobt, welche politischen Konflikte ausgetragen?

Die Exkursion wird so versuchen, die Stadt als eine räumliche Materialisierung historischer und politischer Prozesse zu verstehen, in dem gefragt wird, wie sich ausgehend von konkreten städtischen Räumen gesamtgesellschaftliche Konflikte beobachten und analysieren lassen. Wir werden dies in erster Linie mittels ethnographischer Erkundungen, etwa durch Wahrnehmungsspaziergänge, teilnehmende Raumbeobachtungen oder einem Museumsbesuch im «dekolonialisierten» Museum für Zentralafrika tun. Zudem werden wir soziale und kulturelle Institutionen besuchen und Gespräche mit Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen führen.

 

Orte europäischer Erinnerung, Hamburg und Berlin, verschoben (LV-Nr. 56858)

Aufgrund der aktuellen Situation wid die Exkursion um ein Jahr in den Frühsommer 2021 verschoben. Der genaue Termin wird unter Berücksichtung verschiedener Aspekte festgelegt werden. Wir streben den Monat Juni an. Die Exkursion wird im Frühjahrssemester 2021 neu publiziert.

Die Exkursion hat zum Ziel, europäische Erinnerungsorte in Deutschland zu erkunden. Bei der Debatte über nationale und europäische Identität wird den Erinnerungsorten seit Maurice Halbwachs und Pierre Nora eine besondere Bedeutung zugemessen. Wie diese Orte präsentiert und museal dargeboten werden, wie über sie debattiert wird und wie sie auf die Identitätsbildung wirken, soll an konkreten Beispielen erforscht werden.  Vom 15. bis 18. Juni werden Erinnerungsorte in und um Hamburg besucht, unter anderem das Konzentrationslager Neuengamme und der Friedhof Ohlsdorf sowie der Hannoversche Bahnhof. In Berlin werden vom 19. bis 22. Juni Erinnerungsorte wie der Friedhof der Revolution 1848, der jüdische Friedhof Weissensee, Friedhöfe der Opfer des Zweiten Weltkriegs, die Berliner Mauer besucht. An beiden Orten ist geplant, kulturwissenschaftliche Institute zu besuchen und einen Austausch mit den Studierenden zu organisieren.

Obligatorische Vorbesprechung: Donnertag, 27.2.2020, 19:00, Seminarraum 207 (Rheinsprung 9).

Die Teilnahme am Seminar "Europäische Friedhöfe als Erinnerungsorte der Integration und Migration“ (VV-Nr. 56853) ist keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion.

Lebendige Traditionen und (Berg-)Tourismus. Die Exkursion führt auf die Bannalp/NW und findet vom 10. bis 12. September 2020 statt (LV-Nummer 58999).

Sennenchilbi, Fondue, Geistergeschichten, Jassen, Sagen, Naturjodeln, Wilderergeschichten, Luftseilbahnen, Bunkeranlagen, Restaurants, Wanderwege, Kühe, Touristen, dieses Jahr widmet sich die Tagung lebendigen Traditionen & (Berg-)Tourismus! Wo steckt Tradition im Tourismus oder umgekehrt? Was heisst Tradition überhaupt? Was heisst Tourismus? Identität? Brauchtum? Immaterielles und materielles Erbe? Wo findet man Tradition?
Auf der Bannalp im Kanton Nidwalden wollen wir uns intensiv mit solchen Fragen auseinandersetzen. Sie lesen Texte, präsentieren kleine Beiträge oder erarbeiten weitere geeignete Formen der Auseinandersetzung mit dem Thema. Im Zentrum steht zudem der Austausch zwischen den Studierenden aus Basel und Zürich in einem unkonventionellen Rahmen.

Aufgrund der aktuellen Situation entwickelt das OK parallel ein Online-Programm der SGV Studierendentagung. Damit wird für alle, die sich für die SGV-Studierendentagung 2020 anmelden, eine Alternative garantiert.

Musikfestival Sur le Lac in Eggersriet im August 2019

Musikfestival Sur le Lac in Eggersriet im August 2019

„Essen, Bier, Aussicht – und vielleicht etwas Musik." Eine Festivalethnografie
Ausstellung zur Exkursion ans Musikfestival Sur le Lac in Eggersriet im August 2019
(LV-Nr. 55590: Musikfestival ethnografieren).

Was macht ein Musikfestival zu einem Musikfestival? Welche Erwartungen haben wir an ein Musikfestival? Wie lässt sich ein Musikfestival ethnografisch erforschen? Und wie können unsere Erkenntnisse ausgestellt werden? 

Aktuell zeigen Studierende des Seminars im zweiten und dritten Stock der Alten Universität am Rheinsprung 9 die Ausstellung zur Exkursion „Musikfestival ethnografieren“.

Traumhäuser fürs Alter

Traumhäuser fürs Alter

Geschichte(n) und Fassaden

Geschichte(n) und Fassaden

Tags im urbanen Raum

Tags im urbanen Raum

Abfallmanagement

Abfallmanagement

Wo versteckt sich Spanien?

Wo versteckt sich Spanien?

Kulturanthropolog*innen schnüffeln

Kulturanthropolog*innen schnüffeln

Die Exkursion "Kulturwissenschaftliche Erkundungen in Spanien" (52172) fand vom 6.9. bis 15.9.2018 statt.

Fotoausstellung zur Exkursion nach Murcia in Spanien im September 2018

Im September 2018 hat eine Gruppe Studierender unter fach- und ortskundiger Anleitung von Klaus Schriewer und Salvador Cayuela die südspanische Stadt und Region Murcia erkundet. Als Resultat der Exkursion haben die Studierenden eine Fotoausstellung erarbeitet, die einen Einblick in die Themen und Erkenntnisse der Studienreise bietet.

Fotos und Texte: Noemi Boss, Silja Bühler, Salvador Cayuela Sánchez, Rahel Christen, Svitlana Hess, Theres Inauen, Tomas Jezek, Rahel Ledergerber, Anna Leu, Klaus Schriewer, Renzo Siegrist, Jeannine Sutter, Domenique Zehntner

Traumhäuser fürs Alter

In der Region Murcia entstehen Siedlungen, die Träume erfüllen sollen. Menschen aus dem europäischen Norden verbringen ihren Lebensabend im Süden. Die günstigen Lebenskosten sowie das warme Klima sind attraktiv und ziehen viele Rentner*innen an. In den für sie erbauten Siedlungen bilden die zugezogenen Altersmigrant*innen eigene, vom restlichen spanischen Alltag scheinbar abgeschiedene Communities. Beim Spaziergang durch diese materialisierten Wohnträume haben uns die Standardisierungen genauso wie die ganz individuellen Aneignungen beeindruckt.

Geschichte(n) und Fassaden

Im städtischen Ensemble der spanischen Hafenstadt Cartagena zeigt sich anschaulich der Verlauf einer beindruckenden, 3000-jährigen lokalen Geschichte: An den Fassaden, im Mix der Gebäude und an den in der ganzen Stadt präsenten Ausgrabungsstätten römischer Kultur wird Geschichte sichtbar. Neu steht neben alt, Teile der Gebäude wurden bereits renoviert, andere zerfallen, hinter den historischen Fassaden werden hippe Wohn- und Ladenräume gebaut. Wir haben Cartagena als eine Stadt erlebt, in deren Stadtbild sich verschiedene Schichten von Geschichte(n) überlagern – die „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“ (Ernst Bloch) hat uns auf Schritt und Tritt begleitet.

Tags im urbanen Raum

Zettelkultur und Graffiti eines Stadtviertels in Murcia gewähren einen Einblick in die Vielfalt des städtischen Mikrokosmos und verraten etwas über das Zusammenleben und die Alltagsrealitäten seiner Bewohner*innen. Die Tags in der von Migration geprägten Neustadt von Murcia haben uns einen Zugang zu häufig unsichtbaren Alltagsthemen wie informelle Arbeit, Religiosität oder politische Überzeugungen erlaubt.

Abfallmanagement

Rund um das ortsübliche Abfallmanagement gab es für uns Studierende aus der Schweiz besonders viel zu fotografieren: Am sonntäglichen Markt fehlte auch nur eine einzige Mülltonne für die vom Winde verwehten Plastiktüten. Und ausrangierte Möbel landen hier wohl häufig irgendwo zwischen den Büschen. Aber im Anschluss an die Prozession Romería de la Virgen Fuensanta hat uns die städtische Verwaltung mit einer gut ausgestatteten Putzequipe beeindruckt.

Wo versteckt sich Spanien?

Bei unserem Besuch auf der Marinebasis in Cartagena, während der Prozession zu Ehren der Stadtpatronin Murcias, oder bei den vielen Erkundungsspaziergängen durch die Stadt – in manchen Momenten kam uns Spanien einfach nur „spanisch“ vor, brachte uns zum Staunen, Mutmassen oder Nachfragen.

Kulturanthropolog*innen schnüffeln

Als Kulturanthropolog*innen treibt uns eine Neugierde für Details des oft unscheinbaren Alltags. Wir möchten möglichst alles selber ausprobieren, wir haken nach und gehen in die Tiefe. Wir blicken durch die kulturanthropologische Brille, zoomen nahe ran und gucken über Mäuerchen und hinter Fassaden. Und: Wir reflektieren auch immer wieder unsere eigene Rolle als Forschende und beobachten uns selbst beim kulturanthropologischen Schnüffeln.

 

Ein Bericht des Urner Wochenblatts lässt sich hier herunterladen.

Exkursion: Karlsruhe / ZKM-Ausstellung "Mapping Spaces"

Im Frühjahrssemester 2014 wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Ulrike Gehring des  Fachbereichs Kunstgeschichte der Universität Trier eine Exkursion in die Ausstellung "Mapping Spaces" des ZKM - Zentrum für Kunst und Medientechnologie organisiert.

Einen Artikel des Unijournal der Universität Trier finden Sie hier.

Tagungen (eine Auswahl)

«EMBEDDED DIGITALITIES», 5.-7.4.2018, Basel

Bryan Ford

Vortrag Dr. Bryan Ford (Lausanne) (C) Byron Dowse

Höhrsaal mit Kunstinstallation

Höhrsaal Alte Universität mit Kunstinstallation von RAEUBER & STEHLER (C) Byron Dowse

Inge Hinterwaldner

Vortrag Dr. Inge Hinterwaldner (Berlin) (C) Byron Dowse

Cryptoparty

Pizzaplausch bei der Cryptoparty (C) Byron Dowse

Die 6. Kommissionstagung der DGV-Kommission Digitalisierung im Alltag «Embedded Digitalities» fand am 5.-7.4.2018 in Basel in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde (SGV) satt. Organisatorinnen waren Ina Dietzsch und Sabine Eggmann. 

Die Tagung nahm die Beobachtung zum Ausgangspunkt, dass aktuell Forschende in allen gegenwärtig relevanten kulturwissenschaftlich/-anthropologischen Forschungsfeldern mit digitalen Phänomenen, Prozessen oder Infrastrukturen konfrontiert sind und die Digitalisierungsforschung aus der Nische einer Subdisziplin heraustritt. Mit dem zentralen Fokus der Tagung 2018 auf das Thema «Einbettungen» machten die Organisatorinnen diese Entwicklung explizit zum Thema. Das Digitale wurde als eine relationale Konstruktion in den Blick genommen und es wurde gezielt nach den verschiedenen Weisen gefragt, in denen digitale Medien, Technologien, Ideologien, Infrastrukturen etc. eingebunden sind.

 

Stimmen teilnehmender Studierender an der Tagung

„ ... Das sogenannte Digitale Zeitalter ist hier und jetzt, es rüttelt uns auf, bahnt neue Wege, verändert Wahrnehmungen und hält uns noch immer fest im Griff. Umso schwieriger, aber auch umso relevanter ist es, diese Prozesse aus kulturanthropologischer Sicht zu verstehen, zu kontextualisieren und miteinander in Beziehung zu setzen. Dies setzte sich die Tagung Embedded Digitalities zum Ziel und lud dazu eine Reihe von Fachexpert_innen ein, die das Thema von Cryptology bis Emoji von allen Seiten beleuchteten. ... “ (Lucia Chen)

„ ... Die vielfältigen Arten und Weisen in denen Digitalität heute in unseren Alltag eingebettet ist und wird, stellten den thematischen Rahmen der Tagung Embedded Digitalities her. Unter dieser Perspektive vereinten sich nicht nur Angehörige des Fachbereichs Kulturwissenschaft / Ethnologie, sondern auch Vertreter der Informatik und weiterer Disziplinen wie zum Beispiel der Kunstgeschichte. Insgesamt 27 Referenten und Referentinnen präsentierten im Kontext der ‘eingebetteten Digitalitäten’ den ungefähr 80 Teilnehmenden ihre Überlegungen, Forschungsergebnisse, Erkenntnisse und Einblicke in laufende Forschungsprojekte. ...“ (Byron Dowse) 

„ ... Die Konferenz befasste sich damit, dass aufgrund der Omnipräsenz von Digitalität im Alltag digitale Phänomene zu einer Hauptangelegenheit kulturanthropologischer Forschung werden. Neben generellen Fragen zur Beziehung kulturwissenschaftlicher Analysen und dem ‚Digitalen‘ befasste sich die Tagung mit den Themenbereichen: digitaler Kapitalismus, digitale Praktiken und neuen Ordnungsweisen von Wissen. Die unterschiedlichen Keynote Vorträge beleuchteten alltägliche Aspekte der Digitalität aus den Wissensgebieten der Informatik, Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft, womit die Reichhaltigkeit interdisziplinärer Blickwinkel ins Zentrum gestellt wurde. ...“ (Silvia Müri)

„Zusammenfassend bot die diesjährige Arbeitstagung zum Thema Embedded Digitalities der Kommission "Digitalisierung im Alltag" der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv) eine ausgewogene Mischung an Forschungsfragen und -schwerpunkten, die durch die anregenden Beiträge und Diskussionsrunden vertieft werden konnten. Ziel der Tagung war es zudem, diese insbesondere durch den wissenschaftlichen Nachwuchs entwickelten Forschungsperspektiven zu versammeln, einen Überblick über die Fragestellungen und Gegenstände zu gewinnen sowie die Forschenden im Bereich der Digitalisierung im Alltag zu vernetzen. In vielen Beiträgen wurde ersichtlich, dass digitalen Praktiken unterschiedlichster Art und Ausprägung bereits fest in unser Alltagshandeln eingebettet sind und eine neue Möglichkeit der Interaktion und Kommunikation zwischen Menschen etabliert haben. Sei es, wie im Vortrag von MARION NÄSER-LATHER im Falle der italienischen Frauenrechtsbewegung, die sich auf Kommunikationsplattformen im Internet organisiert oder aber ganz anders durch digitale und steuerbare Avatare, wie beispielsweise CHRISTOPH BAREITHER erläuterte. Dass diese digitalen Neuerungen insbesondere für die Geisteswissenschaften noch Berührungsängste hervorrufen, konnten u. a. WOLFGANG COY und ENRICO NATALE bildhaft darstellen. Die Tagung in Basel nahm, gespickt mit vielen neuen Ideen, Impulsen und weiterzudenkenden Forschungsfragen, am 07.04.2018 ihr Ende und man hofft auf eine baldige Anknüpfung, denn die Thematik der Digitalität wird, nicht nur in den Geisteswissenschaften, ganz sicher immer wieder neue Herausforderungen und Fragen aufwerfen.“ (Marianne Kupetz)

„Über die drei Konferenztage hinweg gab es eine Kunstperformance von Raeuber und Stehler. Die Tagungsteilnehmenden wurden aufgefordert, Objekte aus ihrem Alltag mitzubringen, die die Kunstschaffenden gehackt und dabei miteinander verbunden haben.“ (Silvia Müri)

„ ... Am Beispiel des Smartphones und der damit einhergehenden Veränderungen kultureller Praktiken verweist Gertraud Koch (Hamburg) darauf, wie essentiell es ist, dass das ‚Materielle‘ zuruck in den Diskurs uber das ‚Digitale‘ gebracht werden muss. Unter digitalen Praktiken versteht Gertraud Koch den Umgang mit Daten. Daten seien mehr als Nullen und Einsen. Daten sind nicht gegeben, sondern konstruiert. Was machen Menschen mit Daten? Das Phänomen des ‚Quantifizierten Selbst‘ sei nur die Spitze des Eisbergs. Unter dem Stichwort ‚Vergesellschaftung der Daten‘ musse mehr nach der alltäglichen Relevanz von Daten gefragt werden. ... “ (Silvia Müri)

„ ... Denn, so ermahnte WOLFGANG COY in seinem darauf folgenden Beitrag, es gelte, die Benutzung des Begriffs eher kontrovers zu diskutieren. Der Begriff ‘Digitalität’ bietet viel Interpretationsspielraum, alleine sogenannte ‘Buzzwords’ seien oft nicht einfach zu verstehen, da sie von PR und Medien zu schnell und zu unreflektiert aufgegriffen und (ab-)genutzt werden. COY statuierte, dass Worte wie ‘machine learning’, ‘Big Data’ oder ‘digitale Netzwerke’ oftmals von Journalisten und Journalistinnen schlagzeilentauglich kreiert werden, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen jedoch diese ganz anders benennen würden. Durch die Schnelligkeit der medialen Verbreitung jener Buzzwords kommt es daher zu einer (manchmal unkorrekten) Einnistung im Alltagsverständnis, das wiederum zwischen Geistes- und Naturwissenschaften zu Miss- oder Unverständnis führe.“ (Marianne Kupetz)

 „ ... MAXIMILIAN JABLONOWSKI (Zürich): ... Kontrovers bleibt aber die Frage, inwiefern die Maschine sich selbst steuert oder steuern darf. Dies akzentuiert auch einen ethischen Aspekt. Auch die physikalische Abwesenheit der Nutzer/in beweist nicht, dass [...] technische Geräte ganz ohne Menschen Entscheidungen treffen können, was wieder an den Beitrag von Wolfgang Coy erinnert, welcher Nutzende immer wieder in den Fokus setzte. ... “ (Deborah Brem)

„ ... MARION NÄSER-LATHERs (Marburg) Forschungsvorhaben beschäftigte sich mit der italienischen Frauenbewegung «Se non ora quando?». Die Bewegung organisiert sich primär über das Internet. Mittels der Konzepte der Assemblage und der Akteur-Netzwerk-Theorie untersuchte Näser-Lather sowohl in den Online-Netzwerken der Gruppierung als auch in ihrer Offline-Kommunikation, wie digitale Medien als Mittel zum Empowerment und für politisches Handeln genutzt werden und auch, wie die Feministinnen digitale Stolpersteine verhandeln. ...“ (Lucia Chen)

„ ... ANNA HENKE (Hamburg) sprach über die FinTech Branche, die, aufgrund des durch die Finanzkrise beförderten Imageverlusts der Banken, am Wachsen ist. FinTech steht für Innovationen gepaart aus Technik und Finanzwesen. Als Beispiel nennt Henke Online- Kreditvergabepraxen: Unternehmen stellen online eine Plattform bereit, um Menschen, die Geld ausleihen wollen und solche, die Geld verleihen wollen, miteinander zu vernetzen. Eine Praxis, die nicht nur Menschen, die bisher aufgrund mangelhafter Bonität aus der klassischen Kreditvergabe ausgeschlossen wurden, neue Anschlüsse bietet, sondern gleichzeitig die Finanzbranche vor neue Herausforderungen stellt. Anstelle komplizierter Compliance Strukturen bestimmen resp. berechnen Algorithmen die Kreditvergabe. Diese neue Praxis bewertet Anna Henke einerseits als Chance, warnt aber gleichzeitig vor der grossen Offenlegung an Daten, die von den Kreditnehmenden gefordert wird. Trotz allem stehe bereits fest, dass die FinTech die Finanzbranche modernisiere. ... “ (Silvia Müri)

«BRIAN FORD (Lausanne), Professor für dezentrale und verteilte Systeme erklärte der versammelten Gemeinschaft vereinfacht die Funktionsweise von Blockchain als Grundlage für Kryptowährungen sowie die Gründe für die Ineffizienz und Unsicherheit der Währung Bitcoin. Letzteres machte er interessanterweise durch die Übersetzung in eine kulturwissenschaftliche Terminologie, wo er mithilfe des Begriffs des "Hazing Rituals" die extrem energieintensiven Rechenoperationen beschrieb, welche Bitcoin-Neueinsteiger zu leisten haben. Hinzu kamen Überlegungen zur Verkörperung von Wert und dem angeblich demokratisierenden Effekt von dezentralen Kryptowährungen sowie der Frage eines bedingungslosen Grundeinkommens. “ (Byron Dowse) 

„ ... Die an die Vorträge anschliessende Cryptoparty, verband sodann auf gelungene Art und Weise den wissenschaftlichen Tagungsalltag mit der digitalen Freizeit der Teilnehmer_innen, indem diese von sogenannten Cryptoangels in die Kunst der digitalen Verschleierung und Verschlüsselung eingeführt wurden und gleichzeitig einen Einblick in die Ästhetik einer Cryptoparty erhielten (die durchaus einige umgekippte Bierflaschen und leere Pizzakartons beinhaltet). ... “ (Lucia Chen)

„ ...MATTHIAS HARBECK (Berlin) [...] argumentierte, dass alle forschungsrelevanten Punkte in der Sozial- und Kulturanthropologie digital archiviert und verhandelt werden, dies aber von den Ethnologen und Ethnologinnen nicht bewusst reflektiert wird. Das Fach ist sich seiner digitalen Beschaffenheit nicht bewusst, obwohl der digitale Alltag einen Grossraum in der Forschung einnimmt. Um dieses Bewusstsein zu schärfen und zudem den digitalen Alltag zu optimieren, versucht die Deutsche Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, durch geeignete Fachinformationsdienste Standardisierungen und Vereinfachungen zu schaffen, die für Fach und Nutzende von Vorteil sind und zugleich das Bewusstsein für die digitale Ordnung und Nutzung schärfen. ...“ (Deborah Brem)

„ ... Das breite Angebot an Beiträgen in den drei Tagen hat verdeutlicht, dass nahezu überall Digitalität in irgendeiner Form in unseren Alltag ‘eingebettet’ ist und dass die Begrifflichkeit sehr differenziert betrachtet werden muss. Einerseits ist Digitalität in unserem Alltag selbstverständlich und kaum noch bewusst wahrnehmbar, andererseits wurde durch die Tagung auch deutlich gemacht, wie gross die Bandbreite eigentlich ist. Die spannenden Diskussionen rund um das Thema haben dazu eingeladen, sowohl einen offeneren als auch kritischeren Blick zu schärfen, gerade auch für Themen, die auf den ersten Blick nicht vertraut, aber sehr aufschlussreich sind. ... “ (Deborah Brem)

„Ganz im Zeichen des Networkings stand [...] die Tagung insgesamt, denn diese bot eine kollegiale Atmosphäre und Plattform für Vernetzung mit gleichgesinnten Forscher_innen aus verschiedenen Fachbereichen, die diese auch rege zu nutzen wussten.“ (Lucia Chen)

„Utopias, Realities, Heritages. Ethnographies for the 21st century“ – SIEF-Kongress in Zagreb im Juni 2015

Vom 20. bis zum 25. Juni 2015 reiste eine studentische Delegation des Seminars für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel zusammen mit den Assistierenden Konrad Kuhn und Theres Inauen an den 12. Internationalen Kongress der SIEF (Société Internationale d’Ethnologie et de Folklore), der in Kroatiens Hauptstadt Zagreb stattfand. Einige Beobachtungen, Eindrücke und Überlegungen zum Kongress-Geschehen, an dem über 900 Wissenschaftler_innen aus der ganzen Welt teilnahmen:

(Zum Vergrössern auf die Bilder klicken)

Der in Zagreb stattfindende 12. SIEF-Kongress war geprägt durch ein ausserordentlich umfangreiches und vielfältiges Programm, das eine Präsentationsplattform für alle möglichen Fachbereiche und Themen bot. Die im Kongresstitel genannten Begriffe “Utopias, Realities, Heritages” definieren laut dem SIEF-Präsidenten Valdimar Hafstein “the society and its field(s) of research and practice; these are the concerns that mark the common ground of ethnologists and folklorists”. Viele weitere ähnliche Aussagen sind als Begrüssung im Kongressbuch zu lesen und es ist sehr interessant, zu vergleichen, wie der Kongress und die SIEF in eben dieser Publikation präsentiert werden und was für Erfahrungen man vor Ort sammelt, wenn man als BA-Studentin zum ersten Mal selber an so einem Kongress teilnimmt.
Céline Haas

Der SIEF-Kongress beinhaltete viele Themen wie Home, Migration, Body, Religion oder Food. Diese unterschiedlichen Themenfelder wurden verknüpft durch die roten Fäden  Utopias, Heritages und Realities. Als Zuhörerin bekam man beim Eintreten in den Kongresssaal zwei Bücher ausgehändigt: das Programm des Kongresses und ein Heft mit dem Titel: „What’s in a Discipline?“. Interessant daran ist besonders das Titelbild. Es zeigt unzählige Tontöpfe, die mit unterschiedlich farbigen Gewürzen gefüllt sind: rot, blau, grün, gelb, orange, usw. Es könnte die Interdisziplinarität und Vielfältigkeit der Disziplin Kulturwissenschaft betonen. Oder es verweist auf das Kongress-Panel zum Thema Food, das mich sehr interessierte und von dem ich einige Vorträge besucht habe.
Emily Harries

Der Auftakt des 12. SIEF-Kongresses in Zagreb bestand unter anderem aus der Opening Keynote von Orvar Löfgren mit dem Titel „Living in the Past, the Present and the Future: Synchronizing Everyday Life“. In den Fokus seines Vortrages stellte der Referent ein allen bekanntes Objekt: den Koffer. Alltagsnah und verständlich amüsierte er uns mit Erzählungen und Ausführungen rund um diesen Gegenstand. So berichtete er unter anderem von Filmen, in denen ein Koffer symbolisch vorkommt. So kann das Kofferpacken in Filmen beispielsweise als Zeichen für den Beginn eines neuen Lebens stehen. Löfgren warf auch eine historische Perspektive auf das Reisen und den Koffer: Noble Leute mussten zum Beispiel zu Beginn des Tourismus weder den Koffer selber packen noch diesen tragen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Massentourismus und das Reisen war nicht nur noch den Wohlhabenden vorenthalten. Löfgren beschrieb den Koffer zudem als einen limitierten Container, beim Packen kommt die Fähigkeit des Antizipierens zum Zuge. Koffern rahmen die Vorbereitungen für eine Reise und stellen ein privates Universum dar. (...) Der Redner schloss mit der Aussage, dass es sich beim Koffer um einen trivialen Gegenstand handle, der für die Vergangenheit (Heritage), das Jetzt (Reality) und die Zukunft (Utopia) stehe und auch für Träume, Möglichkeiten oder Stetigkeiten. Der Koffer: Ein Gegenstand, der leer praktisch nichts aussagen, aber gefüllt oder/und kontextualisiert viele Geschichten erzählen kann.
Samira Clemenz

Im Gegensatz zu Anderen packen wir unsere Koffer nicht für immer, sondern wir werden nur für kurze Zeit – genauer gesagt für vier Tage – in eine neue, zusammengefügte Welt eintauchen. Unsere Koffer tragen schon Gebrauchsspuren, wie Orvar Löfgren in seinem Eröffnungsvortrag so treffend bemerkt hat: Wir bringen Erfahrungen, Erinnerungen, Gewohnheiten und Wissen mit uns und das gilt nicht nur für uns, sondern für alle Teilnehmer_innen des Kongresses aus den verschiedensten Ländern und Fachkontexten. Was wir ausser genügend Kleidung, Toilettenartikel und Geld in unsere Koffer packen? Gewiss eine grosse Menge an Erwartungen, etwas Hoffnung und eine kleine Prise Nervosität, Unsicherheit und die Redner_innen vielleicht sogar ein wenig Angst. Was wir fast ganz hinter uns lassen? Hierarchien und gewohnte Zeitstrukturen. Wir verlassen unseren Alltagskontext, sind sozusagen entkontextualisiert. Jeder bekommt ein blaues Namensschild, ohne universitären Titel wohlbemerkt, von den Wenigsten weiss man also, welche Position sie in ihrem gewohnten Alltag bekleiden. Innerhalb der Welt des SIEF-Kongresses begegnet man sich auf Augenhöhe und richtet sich nach einem neuen Zeitplan.
Elena D’Orta

Das Gastgeberland Kroatien steht als jüngstes EU-Mitglied momentan unter zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen. Die historische Aufarbeitung der Vergangenheit war am Kongress deutlich spürbar. Dies zeigte sich sowohl in der klaren politischen Positionierung der kroatischen Forscherinnen, als auch in der progressiven, zukunftsgewandten EU-Ausrichtung der vorgestellten Forschungsfelder. Die kriegerischen und ideologischen Konflikte der letzten zwanzig Jahre habe ich als Schweizerin nur tangential erfahren. Deshalb erschien es mir als ein grosses Privileg, einen derart klaren Einblick in die aktuelle ethnologische Forschung Kroatiens zu erhalten. Es wurde mir bewusst, wie in anderen Ländern die Disziplin nach wie vor politisch aufgeladen ist.. Die Wahl des Themas für den diesjährigen SIEF-Kongress war deshalb äusserst passend gewählt. Der Titel „Utopias Realities Heritages. Ethnographies for the 21st Century“ vermochte einen weiten Bogen zu spannen, zwischen Früher und Heute, zwischen Hier und Dort. Der Kongress eröffnete ein weites Spektrum an Forschungsgebieten und Diskussionsansätzen. (...) Der zweite Teil des Titels „Ethnographies for the 21st Century“ ist hingegen deutlich zukunftsgewandter. Er macht den Eindruck heutige und künftige Projekte legitimieren zu wollen. „Uns braucht es auch noch im einundzwanzigsten Jahrhundert!“, so die Rede. Die Rolle der Forscher_innen wurde dabei klar kommuniziert: Wir hätten die Fähigkeit, Imaginationen, Projektionen, Wünsche und Ängste der Menschen zu registrieren. Im einundzwanzigsten Jahrhundert sei diese Veranlagung deshalb von grosser Relevanz. Täglich würde unsere Gesellschaft mit herausfordernden Fragen konfrontiert. Deshalb sei es umso wichtiger, auf einer kritischen Plattform zu hochstehenden Diskussionen anzuregen. Der SIEF-Kongress konnte das Fundament dazu schaffen.
Saskia Kobelt

Bleibt die verbindende, reflektierende, austauschende Komponente des SIEF-Kongresses nun aber also eine Utopie, da er zu umfangreich ist und zu wenig Platz für Austausch und die gemeinsame Besprechung der vorgestellten Forschungen bietet, obschon dieser kritische und austauschende Aspekt in den verschiedenen Vorworten des Kongressbuches immer wieder erwähnt wird? Oder steht sowieso etwas Anderes im Vordergrund? Wie ist es zu verstehen, wenn der Kongress angepriesen wird mit den Worten: “it’s going to be a rollercoaster, fun, stimulating and inspiring“? Und wie wichtig ist er für die Stadt Zagreb und das Land ausserhalb der kulturwissenschaftlichen Institutionen? Wird doch beispielsweise an mehreren Stellen des Kongressbuches auf Ausflugsmöglichkeiten in ganz Kroatien hingewiesen, werden seitenweise Aktivitäten in Zagreb vorgestellt und Sonderangebote angepriesen. Und auch für die Universität Zagreb und vor allem für die am Kongress beteiligten Fächer ist dieser Grossanlass von hoher Bedeutung, trägt er doch zur Bekanntmachung und „Legitimation“ des Faches bei, mit der dieses ja bekanntlich immer wieder etwas zu kämpfen hat.
Céline Haas

Die Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten der Panels sowie an verschiedenen Darstellungs- und Vortragsformen ist auf die internationale Veranlagung des Kongresses zurückzuführen. Erst durch das Zusammentreffen von Menschen aus verschiedenen Regionen der Welt werden solch eine Diversität und ein Vergleich möglich. Es war eine faszinierende Erfahrung, zu sehen und zu hören, dass Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt – zwar mit jeweils eigenen Schwerpunkten und Fachverständnissen – an gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Themen arbeiten. (…) Es gab mehrere Vortragende, die einen ausgeprägten muttersprachlichen Akzent oder Schwierigkeiten mit der englischen Aussprache hatten, sodass man sie kaum verstehen oder dem Gesagten nur mit einem Höchstmass an Aufmerksamkeit folgen konnte. Dies war zuweilen schade, da der Inhalt dieser Vorträge sicher interessant gewesen wäre. Neben etwas Enttäuschung darüber, aus diesen Vorträgen aufgrund der Verständnisschwierigkeiten nicht besonders viel mitgenommen haben zu können, gesellte sich aber auch Bewunderung für die Vortragenden, die sich trotz ihres starken Akzents oder ihrer Artikulationsschwierigkeiten souverän vor die Zuhörerschaft stellten. Das Englische diente zwar als Verkehrssprache, die es ermöglichte, sich über Fachliches auszutauschen, dennoch stellte sie einige vor unterschiedliche Herausforderungen.
Tanja Bühler

Fest steht, dass trotz der enormen Vielfalt an Themen und Disziplinen einige gemeinsame Anliegen bestehen bleiben, welche die SIEF-Mitglieder seit Jahren miteinander verbinden. Während eines solchen internationalen Kongresses merkt man, was all die Kulturwissenschaftler_innen auf der Welt verbindet und wie viele Forschende es gibt, die sich mit Ähnlichem beschäftigen. Gleichzeitig ist es auch eine willkommene Abwechslung, anderen Forscher_innen zuzuhören, die man nicht vom eigenen Seminarbetrieb schon kennt, und zu sehen, was sonst noch so getan wird in unserem Fach. Genauso interessant ist e saber auch, die am eigenen Institut bekannten Personen hier in einem anderen umfassenderen Kontext zu sehen. So macht vieles, an dessen Relevanz für die Forschung man vielleicht zweifelte, wieder mehr Sinn, man erkennt grössere Zusammenhänge besser und sieht einzelne Forschungen in einen grösseren Kontext eingebettet. Durch den SIEF-Kongress fühlt man sich also bestärkt darin, im eigenen Fach etwas Wichtiges, Sinnvolles zu tun, denn man erkennt, wie viele Menschen auf der ganzen Welt sich mit denselben Fragestellungen beschäftigen.
Céline Haas

Die Grösse und Dichte des Kongresses prägte dessen Rhythmus. Durch den hohen Zeitdruck war es schier nicht möglich, sich mit Kritik auseinanderzusetzen oder überhaupt Aussagen in Frage zu stellen. Man war da, um zu konsumieren und nicht um zu hinterfragen. Für die Repräsentation nach aussen jedoch war der Umfang des Kongresses von hoher Relevanz. Man wollte sich in Zagreb präsentieren und tat dies mit Erfolg. Nach innen liess die Grösse des Kongresses das Gefühl der Stärke und des Zusammenhalts wachsen. Im Endeffekt war es also scheinbar weniger wichtig, wie der Kongress verlaufen ist, sondern viel eher, dass er stattgefunden hat.
Saskia Kobelt

Mit grosser Spannung und vielen Fragen reiste ich an den SIEF-Kongress: Was für Leute treffe ich an? Woher kommen diese? Sind sie eher jung oder alt? Wie werden die Vorträge und wie das ganze Drum und Dran? Ich verliess Zagreb mit einem ‚Koffer’ voller neuer Impressionen, Aspekte und Einblicke in neue Untersuchungsgebiete. Ich fand es eine tolle Sache, und es hat mir gefallen!
Samira Clemenz

Kulturanthropologie transnational: Masterstudium in Basel und Freiburg i. Br.

Kulturanthropologie transnational

Seit Wintersemester 2017/18 bieten die Institute Basel und Freiburg i.Br. ein grenzüberschreitend kooperierendes Masterstudium an. Wer so studiert, profitiert von zwei forschungsstarken Standorten und lernt verschiedene akademische Kulturen kennen.

Das Studium folgt gemeinsamen Schwerpunkten: Die Themen Grenzen, Migration, Politik und Ökonomie setzt nicht nur die Lage im Dreiländereck. Sie gehören auch zum Markenkern der modernen Kulturanthropologie, wie sie die Institute in Basel und Freiburg vertreten. Weitere Schwerpunkte sind Kulturpraxis und Kulturpolitik. Damit sind wichtige Berufsfelder in Museen, Archiven, Kommunen, Verwaltung und in der Öffentlichkeitsarbeit in den Blick genommen.

Organisatorisch greift die Zusammenarbeit auf die Möglichkeiten des European Campus zurück (trinationaler Universitätsverbund am Oberrhein). Hier sind die wechselseitige Anerkennung von Studienleistungen und die Erstattung von Reisekosten zu nennen. Neu kommen jetzt gemeinsame Seminare hinzu, die thematisch abgestimmt und zeitlich geblockt in Basel und Freiburg stattfinden werden.

Die Ideen und Konzepte der Kooperation wurden im Frühjahr 2017 auf einer Konferenz der Société Internationale d’Ethnologie et de Folklore und auf verschiedenen Online-Plattformen des Fachs vorgestellt und als Best Practice gewürdigt.

Dr. Ulrike Langbein, Dozentin am Basler Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, hat das Konzept für den Studiengang gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Tauschek und Dr. Sarah May vom Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i. Br.  erarbeitet.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Flyer.

Hier finden Sie Informationen für Studierende, die an der Universität Basel eingeschrieben sind und an einer Universität des European Campus Lehrveranstaltungen besuchen möchten. 

Allgemeine Informationen zu Eucor.

Rheinsprung 9

Véronique Hilfiker, lic. phil.
Ansprechpartnerin an der Universität Basel
Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, Rheinsprung 9/11
4051 Basel
Schweiz
 

Institut fuer Kulturanthropologie und Europaeische Ethnologie, Maximilianstr. 15, Freiburg in Breisgau

Dr. Sarah May
Ansprechpartnerin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Maximilianstr. 15
79100 Freiburg
Deutschland