Dr. des. Daniel Kunzelmann


Assistent / PostDoc (Professur Müller)

Büro

Rheinsprung 9/11
4051 Basel
Schweiz

Forschungsinteressen:
- Ethnographie des Medialen/Digitalen
- Visual Culture und Algorithmic Studies
- Politische Kultur und Protestforschung
- Medizin- und Wissensanthropologie
- Didaktik und Transdisziplinarität

 

 

Daniel Kunzelmann

Seit mehr als zehn Jahren stellen Medien meine berufliche Leidenschaft dar – in Theorie wie Praxis.

Nach meinem Magister in den Fächern Politikwissenschaft, Philosophie und Europäische Ethnologie arbeitete ich zunächst als freier Journalist im Bereich Dokumentarfilm und für das deutsche Fernsehen.

Seit 2013 forsche und lehre ich zum Schwerpunkt «Digitalisierung im Alltag» an den Universität Basel und München (LMU). Im Rahmen einer bi-nationalen «Cotutelle de thèse« schloss ich dort 2019 mein Dissertationsprojekt zu neuen Medientechnologien und politischen Protestformen im Spanien der Nachkrisenjahre mit «summa cum laude« ab.

Ebenfalls 2019 absolvierte ich eine Weiterbildung im Münchner TrainerInnen-Netzwerk «Sprachraum». Mein Ziel ist es, die Erkenntnisse aus meinen Forschungsarbeiten nicht nur in Schriftform wiederzugeben, sondern diese auch via Trainings in berufliche Praxisfelder zurückzuführen: als angewandte Formen einer kritischen Mediendidaktik des Digitalen.

Entsprechend dieses Anspruchs ergibt sich auch mein gegenwärtiges Forschungsprojekt, das ich seit dem 1. Februar 2020 im Rahmen meiner Assistenzstelle am Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel umsetze. Zusammenfassen lässt sich dieses Projekt wie folgt:

Vor dem Hintergrund der umfassenden Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche lässt sich auf dem Feld der Hochschuldidaktik eine Verschränkung zweier ambivalenter Entwicklungen konstatieren, die zunehmend auch für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften relevant werden. Einerseits kommt es zu einer steten Professionalisierung didaktischer Schulungsmaßnahmen an den Universitäten, d. h. Lehrende werden dazu angeleitet, ihren Unterricht gemäß neuester pädagogischer Erkenntnisse zu gestalten – «nachhaltiges Lernen durch kreatives Lehren». Anderseits werden verstärkt neue Medienformen in die Lehre implementiert, d. h. Dozierende greifen auf digitale Ressourcen zurück, die sie in ihrem Unterricht systematisch verwenden. Überspitzt lautet das Versprechen dieser digitalen Bildungstechnologien: «Mehr Wissen, jederzeit zugreifbar, effizient aufbereitet».

Die Schnittstelle zwischen Didaktik und Digitalisierung möchte ich mit meinem neuen Projekt kulturwissenschaftlich erforschen. Drei (vorläufige) Leitfragen, die sich mir hierbei stellen:

  1. Wie sehen akademische Lehr- und Lernkontexte aus, in denen neue pädagogische Konzepte auf neue digitale Technologien der Wissensvermittlung treffen?
  2. Wie gehen (angehende) Wissenschaftler*innen mit den digitalen Medien und den korrespondierenden Didaktiken um, d.h. wie prägt das konkrete soziotechnologische   Zusammenspiel ihren Alltag?
  3. Was passiert im (virtuellen) Hörsaal, wenn dort eher affektive und sensuelle Praxislogiken aus der Pädagogik auf tendenziell rationalere Logiken der Informatik treffen?

Neben einem fundierten Blick auf Zeitregime und Techniken des Selbstmanagements (Effizienzparadigma), auf Gesundheitsdiskurse und Körperbilder (Resilienzparadigma) sowie auf die flexiblen Aneignungsformen von Lehr- und Lernräumen (Kreativitätsparadigma), verspricht gerade auch eine (cyber-)feministisch motivierte Perspektive interessante Einsichten für eine ethnographisch motivierte Forschung an der Schnittstelle zwischen Didaktik und Digitalisierung.

Dabei hat nicht zuletzt die Corona-Krise unmissverständlich deutlich gemacht, dass digitales Lehren, Lernen und Forschen ein Set an Kompetenzen benötigt, die es ebenso kritisch zu reflektieren wie praktisch zu vermitteln gilt. 

 

Herausgeberschaft

2014-2019: Mitherausgeber des kulturanthropologischen Onlinemagazins "Transformations: A new voice on culture, politics, and change" transformations-blog.com

Monografien

Kunzelmann, D. (in Bearbeitung) "Zwischen den Menschen das Medium. Eine Ethnographie über die Digitalisierung zivilgesellschaftlicher Protestformen im Spanien der (Nach-)Krisenjahre. Murcia, 2013-2015". Dissertationsschrift.

Aufsätze und Artikel

Kunzelmann, D. (2017) «Hinter den Bildern: Algorithmen – die unsichtbare Macht in unseren Köpfen», in Kuhn, K., Sontag, K., und Leimgruber, W. (Hrsg.) Lebenskunst. Erkundungen zu Biographie, Lebenswelt und Erinnerung. Festschrift für Jacques Picard. Köln: Böhlau, S. 528-539.   edoc | Open Access

Dietzsch, I. und Kunzelmann, D. (2017) «Calculating spaces: digital encounters with maps and geodata», in Koch, G. (Hrsg.) Digitisation: Theories and Concepts for Empirical Cultural Research. Abingdon: Routledge/Taylor & Francis Group, S. 209-229.   edoc

Dietzsch, I. und Kunzelmann, D. (2017) «Kartieren und rechnenden Räumen. Die Digitalisierung einer Kulturtechnik», in Koch, G. (Hrsg.) Digitalisierung. Theorien und Konzepte für die empirische Kulturforschung. Konstanz: UVK, S. 283-307.   edoc

Kunzelmann, D. (2016) «Virtual im___mobility. Three ethnographic examples of socialised media usage, civic empowerment and coded publics», in Gutekunst, M., Hackl, A., Leoncini, S., Schwarz, J. S., und Götz, I. (Hrsg.) Bounded Mobilities: ethnographic perspectives on social hierarchies and global inequalities. Bielefeld: transcript (Culture and social practice), S. 223-244.   edoc | Open Access

Kunzelmann, D. (2016) «Liquid Democracy Revised. Wie soziale Medien und Code die Grenzen politischer Räume reorganisieren», in Picard, J., Chakkalakal, S., und Andris, S. (Hrsg.) Grenzen aus kulturwissenschaftlichen Perspektiven. Berlin: Panama, S. 314-336.   edoc

Kunzelmann, D. (2015) «Die stille Politik der Algorithmen. Das Beispiel Facebook», Kuckuck. Notizen zur Alltagskultur und Volkskunde. Institut für Volkskunde, 30(2), S. 30-35.   edoc

Manuskripte auf Nachfrage und teilweise bei Academia.edu

Bei den folgenden Workshops handelt es sich um eine Auswahl. Für einen thematischen Überblick meiner Trainingsinhalte darf ich auf meine Webpräsenz bei «Sprachraum» verweisen.

2020: «Online-Lehren mit Zoom und Co»; Workshop für Dozierende am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der LMU München (04/2020)

2020: «Akademisches Bloggen – Bild_Sprache in der Wissenschaft»; mehrtägiger Workshop im Rahmen der u.a. vom Digital Humanities Lab und der Graduiertenschule G3S der Universität Basel organisierten Winter School «Technisch.Kritisch.Digital. Interdisziplinäre Explorationen» (01/2020) / gemeinsam mit Britta Kussin

2019: «Blogging in Academia»; eintägiger Workshop bei der Autumn School des internationalen Promotionsprogramms «Transformations in European Societies» in Murcia, Spanien (10/2019).

2019: «Multimediales Bloggen» und «Kreatives Schreiben»; jeweils zweitägiger Workshop für Studierende des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Freiburg im Kontext des Projekts https://www.blog-the-job.de/ (06-07/2019) / gemeinsam mit Seraina Müller

2019: «Soziale Medien: Wie können wir als Lehrende den Zeiträuber produktiv machen?»; Workshop für den von PROFiL und TutorPlus organisierten «Tag der Lehre» an der LMU München (04/2019)

2016: «Creative analytical writing: getting from field to paper»; Workshop am SAXO-Institute der Copenhagen University (05/2016)

2015: «Blogging Mobilities»; Workshop im Rahmen der internationalen Konferenz «Mobile Work-Life Arrangements. Exploring Conceptual and Methodological Challenges» an der Universität Freiburg (10/2015)

2015: «Collaborative Blogging in Anthropology»; Workshop im Rahmen der 10. dgv-Doktorandentagung «#inprogress» an der Universität Hamburg (09/2015)

2014: «What (to) do (with) geodata?»; Workshop im Rahmen der Tagung «#Digitization. Theories, Concepts and Projects in Cultural Fields» am Institut für Kulturanthropologie der Universität Hamburg (06/2014) / gemeinsam mit Ina Dietzsch

 

Bei den folgenden Formaten handelt es sich um eine Auswahl.

2019: Vortrag «Fragmentierung von Öffentlichkeit: Kulturtechnologische Perspektivierungen auf die Schnittstellen digitaler Demokratie» im Rahmen des transdisziplinären Symposiums «Sicherheitspolitik anders denken – Interdisziplinarität und Wissenstransfer in der Sicherheitspolitik» an der Universität Zürich (11/2019)

2019: Tagung «Transformations in European Societies» in Frauenwörth am Chiemsee (05/2019)

2017: Vortrag «Visibility and the challenge of researching digital politics» an der University of Edinburgh (11/2017)

2017: Tagung «Hacking Paths of Anthropology» am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der LMU München (10/2017)      

2017: Vortrag «frontend/backend – governing the in/visible in a digital democracy: a case study of the Spanish party Podemos» im Kontext des Promotionsprogramms «Transformationsprozesse in Europäischen Gesellschaften» an der Universität Basel (05/2017)

2015: Vortrag «Coded Publics – virtuelle Im_mobilität?» im Fachkolloquium am Seminar für Kulturwissenschaft der Universität Basel (10/2015)

2015: Vortrag «Virtual mobility or digital illiteracy?» im Rahmen der internationalen Konferenz «Im/mobilities and boundaries: an ethnographic approach» im EineWeltHaus in München (07/2015)

2015: Panel «Engaged Anthropology: Reality? Necessity? Utopia?» im Rahmen des internationalen SIEF-Kongresses in Zagreb (06/2015) 

2015: Posterpräsentation «#munich #murcia #hypermobile. An ethnographic inquiry into contemporary sp_ces of politics» an der Karl-Franzens-Universität Graz (05/2015)

2014: Panel «Doing ethnogr@phy in hyper_mobile fields: Methodological challenges» bei der «Networked Urban Mobilities» Konferenz an der Universität Kopenhagen (11/2014)

2013: Vortrag «Liquid Democracy. Die grenzenlose kommunikative Macht des homo digitalis?» im Rahmen der Ringvorlesung «An den Grenzen. Trennlinien, Überschreitungen, Transmission» an der Universität Basel (12/2013)

2013: Posterpräsentation «Techno-cultural transformations of local politics within three European societies» an der Universität Murcia (03/2013)

Bei den angeführten Lehrveranstaltungen handelt es sich um eine Auswahl. Weitere Veranstaltungen auf Anfrage bzw. in den entsprechenden Vorlesungsverzeichnissen.

2020 HS: «Zeitregime: Körper/logiken der Macht» (Seminar)

2020 SS (Universität Graz): «Populismus und soziale Medien» (Vorlesung mit Übung)

2020 FS: «Grundlagentexte der Kulturanthropologie» (Lektürekurs)

2019/2020 WS (LMU München): «Neuere kulturwissenschaftliche Monografien» (Lektürekurs)

2019 HS: «Populismus und soziale Medien» (Übung)

2017/2018 WS (LMU München): Exkursion nach Murcia, Spanien (Übung + Blockseminar)

2017 HS: «Politiken der Un/sichtbarkeit. Die Macht über das Sehen aus kulturwissenschaftlicher Perspektive» (Übung)

2017 SS (LMU München): «Angst und Verunsicherung. Mittelschichten in der Krise» (Übung)

2016 FS: «Raum. Kultur. Digital. Wo und was anfangen mit kulturanthropologischen Raumkonzeptionen im Zeitalter sozialer Medien?» (Übung)

2015/2016 WS (LMU München): «Zahlen-Macht. Wie Datenbanken und Quantifizierungen im Alltag wirken (schon immer wirkten?)» (Proseminar)

2015 HS: «Der Alltag des #HomoDigitalis.» (Übung)

2014/2015 WS (LMU München): «Algorithmen. Macht. Alltag.» (Proseminar)

2013/2014 WS (LMU München): «Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie in der Stadt - Teil 2» (Übung)

2013 SS (LMU München): «Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie in der Stadt - Teil 1» (Übung)

2011/2012 WS (LMU München): «Spaß am Widerstand: Kultur, Reproduktion, Soziales» (Proseminar)