Vergemeinschaftung per Mausklick? Zwei Religionsgemeinschaften zwischen Gewohnheit, Social Distancing und Digitalisierung – eine kulturanthropologische Erkundung

Martina Jana Burato & Svenja Dorothea Schär | Masterarbeit, 2023 

Diese Masterarbeit untersucht, wie sich Prozesse der Vergemeinschaftung während der Corona-Pandemie unter den Bedingungen von Social Distancing und Digitalisierung verändert haben. Anhand zweier Fallstudien – der Pfingstgemeinde Burgdorf und der reformierten Kirche in Zofingen – werden wesentliche Aspekte wie körperliche Präsenz, affektive Dynamiken, digitale Praktiken und gemeinschaftliche Rituale analysiert. Im Zentrum stehen das Gemeinschaftsgefühl sowie die Rolle digitaler Medien als Ersatz oder Erweiterung physischer Präsenz. Die Autorinnen nutzen Methoden der teilnehmenden Beobachtung, narrative Interviews und Free Listing, um emische Perspektiven sichtbar zu machen. So lassen sich aus der Analyse der gesammelten Daten fünf zentrale Elemente des Gemeinschaftsgefühls (Partizipation, gemeinschaftliche Erfahrungen, Austausch, Anteilnahme und gemeinsamer Nenner) ableiten. Die Pandemie wird dabei als heuristischer Moment begriffen, der kulturelle Aushandlungsprozesse und Transformationen beschleunigt und sichtbar macht. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur digitalen Anthropologie und zur Erforschung religiöser Sozialformen. Zugleich reflektiert sie die Rolle der Forschenden, Feldzugänge und methodologische Herausforderungen in einer multiperspektivischen, kollaborativen Forschungspraxis.

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