Sinnlichkeit: Wahrnehmung, Atmosphären und Körperpraxen

Wie Menschen mit ihren Umgebungen in Beziehung treten, ist wesentlich eine Angelegenheit von Sinnlichkeiten und Gefühlen. Im Mittelpunkt des Clusters steht deshalb die Analyse, wie Menschen mit ihren Körpern und Sinnen sich selbst und ihre Umwelt wahrnehmen, wie sie mit und durch ihre Körper Kultur gestalten, deuten sowie ihrerseits darüber geprägt werden, und wie Atmosphären und Ästhetiken ihr Befinden beeinflussen.

Verantwortlicher Ansprechpartner: Eberhard Wolff

Weitere Beteiligte: Ina Dietzsch, Michel Massmünster, David Bozzini, Ulrike Langbein, Leonie Häsler, Laura Hompesch, Uta Karrer, Laura Hompesch, Miriam Cohn

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Dr. Ulrike Langbein, Mag. Laura Hompesch

Das Forschungsprojekt wird in Zusammenarbeit mit dem Institut Experimentelle Design- und Medienkulturen der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW sowie dem Amt für Kultur, Archäologie und Museum Baselland durchgeführt.

Kooperationspartner_innen:

 

Pressespiegel Hanro-Sammlung:

 

Abgeschlossene Dissertationen

Inwieweit hat sich die Systemgrenze, die Europa bis 1989 teilte, nicht nur politisch, sondern auch kulturell ausgewirkt? Dieser Frage widmet sich die Dissertation anhand der Diskursanalyse eines bislang wenig beachteten Aspekts der Repräsentation und Konstruktion des östlichen Europas: Publikationen und Ausstellungen so genannter polnischer „Naiver Kunst“. Sowohl in der Volksrepublik Polen als auch in der Bundesrepublik Deutschland erfreute sich polnische „Naive Kunst“, die mit Überschneidungen auch als „sztuka ludowa“ („Kunst des Volkes“) bezeichnet wurde, zwischen den 1960er bis in die 1980er Jahre starker Popularität. In einem ersten Schritt stellt das Dissertationsprojekt die politische Förderung und Funktionalisierung der „sztuka ludowa“ in der Volksrepublik Polen dar. Anhand postkolonialer Ansätze (Bhabha 1994) werden daraus entstehende Widersprüchlichkeiten und Konsequenzen aufgezeigt. Ein zweiter Schritt legt dar, welche Selbst- und Fremdkonstruktionen sich in Sammlungen und Präsentationen polnischer „Naiver Kunst“ in der Bundesrepublik Deutschland manifestierten. Die Analyse zeigt auf, dass Polen in einem Grenzbereich Europas verortet und ambigue, zugleich als kulturell und zivilisatorisch entfernt, dargestellt wurde. Die Konstruktion von Polen als im Unterschied zum westlichen Europa nicht industrialisiertem, naturnahen Ort, in dem ländliche Leben als authentisch aufgefasste Kreativität in Form von Polnischer „naiver Kunst“ hervorbrachte, wurde verbunden mit der Zuschreibung wirtschaftlicher und kultureller Rückständigkeit. Des Weiteren argumentiert die Dissertation, dass die in Publikationen und Ausstellungen zentral thematisierte Schuldfrage bezüglich des Zweiten Weltkrieges kombiniert und ersetzt wird durch die Inanspruchnahme einer helfenden und kulturtragenden Rolle als Zivilisationsträger.

Supervisor:Walter Leimgruber

Co-Supervisor:Johannes Moser (LMU München)

Uta Karrer promovierte in Kulturanthropologie/Europäischer Ethnologie an der Universität Basel und der LMU München. An der Universität Bonn, der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) sowie der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań hat sie Ethnologie und Kulturanthropologie studiert. 

Während ihres wissenschaftlichen Volontariats am Völkerkundemuseum Herrnhut, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, war sie an dem Projekt „Sammlungen neu sichten“ des Deutschen Museumsbundes beteiligt. Zuvor arbeitete sie in der Vermittlung und Museumspädagogik im Museum im Alten Schloss Schleissheim, Bayerisches Nationalmuseum sowie am Forschungsinstitut des Deutschen Museums, München. Von 2015 bis 2018 war sie in der wissenschaftlichen Erschliessung im Fotoarchiv der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde in Basel tätig.