Politik: Institutionen, Sicherheit, Teilhabe und (produktive?) Verweigerung

Verantwortliche AnsprechpartnerInnen: Theres Inauen, Julian Genner

Weitere Beteiligte: Klaus Schriewer, Jonas Aebi, Claudia Wilopo, Linda Mülli

Forschungsprojekte

Das Thema "Überleben" spielt in der gegenwärtigen Populärkultur eine herausragende Rolle. In dutzenden Fernsehsendungen Reality-TV Sendungen zeigen Experten wie Bear Grylls, Les Stroud und andere, was es zum Überleben in der Wildnis braucht. Auf youtube finden sich zahlreiche Anleitungen. Sowohl im Survival, Bushcraft und Preppen geht es um die Vorstellung und den Wunsch, unabhängig von der modernen Gesellschaft und ihren Annehmlichkeiten überleben zu können. Der Fokus variiert dabei: Im „Survival“ und „Bushcraft“ steht das autarke Überleben in der Wildnis im Vordergrund. Im „Preppen“ geht es um die Vorbereitung auf einen vorübergehenden oder dauerhaften Zusammenbruch der Gesellschaft – ob nun durch Stromausfall, Umweltkatastrophe oder Krieg.

Doch wie kommt es dazu, dass in gegenwärtigen (westlichen) Gesellschaften Vorstellungen eines Überlebens unabhängig von einer funktionierenden Gesellschaft so viel Raum nehmen? In welchem Verhältnis stehen Überleben, wie es im Survival, Bushcraft oder Preppen eingeübt wird, und das Leben in modernen Gesellschaften zueinander? Diese Fragen bilden den Ausgangspunkt für mein aktuelles Forschungsprojekt.

Schlüsselbegriffe: Zukunftsvorstellungen, Globalisierung, Lebensstile, Körperbilder und -praktiken

Methoden: Interviews, teilnehmende Beobachtung (u.a. in Survival-Trainings), Online-Recherchen (u.a. in Internetforen und auf youtube)

Julian Genner, Forschungsprojekt unterstützt vom Fonds zur Förderung des akademischen Nachwuchses der Universität Basel

Dr. Ulrike LangbeinMag. Laura Hompesch

Das Forschungsprojekt wird in Zusammenarbeit mit dem Institut Experimentelle Design- und Medienkulturen der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW sowie dem Amt für Kultur, Archäologie und Museum Baselland durchgeführt.

Kooperationspartner_innen:

 

Pressespiegel Hanro-Sammlung:

Dissertationen

The aim of my cultural anthropological research project is to shed light on the work and staff culture within the United Nations. I argue that this umbrella organization with its many international bodies can be considered as place with a specific staff culture. Thus, following the agent perspective in the UN headquarters in Geneva and Vienna, this research study ultimately asks for the characteristics of the UN system and how cross-cultural relations and interactions influence professional careers and biographies.

More precisely, the main purpose of my research is to analyze the everyday performances based on how they mold work culture or identity of employees in UN organizations. It is presumed that this particular culture and the cultural practices shape the careers and biographies of international civil servants and, to a critical extent, the biographies of their family members.

My research is located at the interface among labor studies and organizational anthropology, in ritual studies tailored to the meaning in modern societies with a special focus on highly skilled professionals, and in biography studies in the context of transnational migration. 

About me:
I am a cultural anthropologist funded by the Swiss National Science Foundation (SNSF) and based at the Department of Cultural Anthropology, University of Basel, and in cooperation with the LMU Munich.

Abgeschlossene Dissertationen

Ausgehend vom Fallbeispiel des "Nacktscanners" untersuchte das Projekt den Aufstieg neuer Überwachungs- und Sicherheitstechnologien seit dem Jahr 2000. Dabei zeigt sich, dass der Einsatz und die Entwicklung dieser Technologien auf ein neues Verständnis von Sicherheit zurückzuführen sind, das das bestehende Verhältnis von innerer und äusserer Sicherheit bzw. das Verhältnis von militärischen und zivilen Bereichen infrage stellt. Zusätzlich wird Sicherheit als ein Problem verstanden, das sich durch den Einsatz neuer Technologien bewältigen lässt. Dies ermöglicht die Verbreitung und Vermarktung vormals militärischer Technologien wie der "Nackstscanner" in der zivilen Sphäre und im öffentlichen Raum.

Schlüsselbegriffe: (Un-)Sicherheit, Überwachung, Datenschutz, Privatsphäre, Globalisierung

Methoden: ExpertInnen-Interviews, teilnehmende Beobachtung (u.a. in einem Physiklabor), Recherchen (u.a. zu Sicherheitspolitik, Lobbyismus und Regulierungsprozessen)

Julian Genner, Dissertation (2015)